HL7 FHIR im Gesundheitswesen: Die Basis der digitalen Integration

Wenn im Gesundheitswesen von digitaler Integration die Rede ist, fällt früher oder später der Begriff HL7 FHIR. Doch was steckt dahinter – und warum ist es für Schweizer Spitäler und ihr Intranet relevant? Dieser Artikel erklärt die technischen Grundlagen verständlich und zeigt, wie Präziis als Integrationshub zwischen verschiedenen Systemen funktioniert.

Was ist HL7 FHIR?

HL7 steht für "Health Level Seven" – eine Non-Profit-Organisation, die seit 1987 Standards für den Datenaustausch im Gesundheitswesen entwickelt. FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources, ausgesprochen "fire") ist die modernste Version dieser Standards, entwickelt ab 2011 und heute weltweit verbreitet.

Das Besondere an FHIR: Es basiert auf modernen Webtechnologien (REST-APIs, JSON, XML), die Softwareentwickler bereits aus anderen Bereichen kennen. Das macht die Integration deutlich einfacher als ältere HL7-Versionen (v2, v3).

FHIR in einem Satz: Eine standardisierte "Sprache", die es ermöglicht, Gesundheitsdaten zwischen verschiedenen Systemen auszutauschen – unabhängig vom Hersteller.

Warum FHIR für Schweizer Spitäler obligatorisch wird

Seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG) sind Schweizer Akutspitäler verpflichtet, am Elektronischen Patientendossier (EPD) teilzunehmen. Das EPD basiert technisch auf HL7 FHIR-Standards.

Timeline für Schweizer Institutionen:

  • Akutspitäler: Bereits verpflichtet
  • Psychiatrische Kliniken und Rehabilitationskliniken: Verpflichtung ab 2024
  • Pflegeheime und Spitex: Freiwillige Teilnahme möglich

Das bedeutet: Jedes Schweizer Spital, das am EPD teilnimmt, betreibt bereits FHIR-Schnittstellen – auch wenn die IT-Abteilung dies möglicherweise nicht unter diesem Namen kennt.

Die wichtigsten FHIR-Ressourcentypen im Spitalalltag

FHIR strukturiert Gesundheitsdaten in "Ressourcen" – standardisierte Datenobjekte mit definierten Feldern:

| Ressource | Inhalt | Relevanz für Intranet |

|-----------|--------|----------------------|

| Patient | Demografische Daten | Keine direkte Intranet-Relevanz (Datenschutz) |

| Practitioner | Mitarbeiterdaten (Ärzte, Pflege) | Mitarbeiterverzeichnis |

| Organization | Abteilungen, Einheiten | Organigramm, Zugriffsteuerung |

| Schedule/Slot | Verfügbarkeit, Dienstpläne | Dienstplanung-Integration |

| Communication | Nachrichten, Benachrichtigungen | Chat, News-Kanal |

| DocumentReference | Dokumente | Dokumentenmanagement |

Wie Präziis FHIR-Integration nutzt

Präziis positioniert sich nicht als KIS-Ersatz, sondern als Employee Experience Layer – die Oberfläche, die Mitarbeitende täglich nutzen, um auf die richtigen Informationen zur richtigen Zeit zuzugreifen.

Integration mit Klinikinformationssystemen (KIS)

EPIC KISS & Dedalus Orbis: Präziis verbindet sich via FHIR-APIs mit diesen Systemen, um:

  • Dienstpläne und Schichtinformationen automatisch zu synchronisieren
  • Abwesenheitsmeldungen in beide Richtungen zu übertragen
  • Qualifikations- und Zertifizierungsprofile aktuell zu halten

Integration mit dem EPD

Mitarbeitende können über Präziis Dokumente für das EPD vorbereiten und hochladen – ohne direkten Systemzugang zum EPD-Portal. Präziis übersetzt dabei zwischen dem spitalinternen Format und dem FHIR-Standard des EPD.

HR-System-Integration via FHIR

Polypoint PEP und andere HR-Systeme nutzen zunehmend FHIR-kompatible APIs für den Datenaustausch. Präziis synchronisiert:

  • Eintritts- und Austrittsdaten (automatische Benutzeranlage/-deaktivierung)
  • Funktionen und Qualifikationen (für Dienstplanfreigabe und Dokumentenzugriff)
  • Abwesenheiten (Ferien, Krankheit, Fortbildung)

DigiSanté: Die nationale Strategie und FHIR

Das Schweizer Programm DigiSanté (2023–2030) setzt explizit auf FHIR als technischen Grundstein für die Interoperabilität im Schweizer Gesundheitswesen. Mit CHF 392 Millionen Bundesfinanzierung ist dies die grösste eHealth-Initiative der Schweiz.

Für Spitäler bedeutet dies: FHIR-Kompatibilität ist keine Option, sondern eine strategische Notwendigkeit. Systeme und Plattformen – einschliesslich des Intranets – sollten darauf ausgelegt sein.

Praktische Empfehlungen für IT-Verantwortliche

1. FHIR-Inventory erstellen

Dokumentieren Sie, welche Ihrer Systeme bereits FHIR-APIs anbieten (meist: KIS, EPD-Connector, neuere HR-Systeme).

2. Integrationsarchitektur planen

Entscheiden Sie, ob Sie ein zentrales Integrations-Gateway (z.B. Mirth Connect, Microsoft Azure API for FHIR) einsetzen oder direkte Point-to-Point-Integrationen nutzen.

3. Datenschutz prüfen

FHIR-Schnittstellen, die Personendaten übertragen, müssen DSG-konform gesichert sein: TLS 1.2+, OAuth 2.0 Authentifizierung, Audit-Logging.

4. Intranet als Integrationshub

Statt viele Systeme direkt miteinander zu verbinden, kann das Intranet als zentraler Datenaggregator dienen – Mitarbeitende sehen alle relevanten Informationen in einer Oberfläche, unabhängig vom Quellsystem.

Fazit

HL7 FHIR ist kein abstraktes IT-Thema mehr – es ist die technische Grundlage der digitalen Transformation im Schweizer Gesundheitswesen. Spitäler, die heute in FHIR-kompatible Systeme investieren, sind für EPD-Pflicht, DigiSanté und zukünftige Integrationsanforderungen gerüstet. Präziis ist von Anfang an als FHIR-kompatibler Integrationshub konzipiert – damit Ihr Intranet nicht nur eine Informationsplattform ist, sondern das Nervenzentrum Ihrer digitalen Infrastruktur.